Im Kopf schwebt eine leere Sprechblase. Nicht zu groß, nicht zu klein, sondern gerade recht, um vielsagendes Schweigen zu verbreiten. Eine weitere Sprechblase in der Zeichnung von Michael Franz wagt sich ins Freie, sie verlässt den Kopf – doch auch sie bleibt leer. Ob die fehlenden Worte als Ohnmachtsdemonstration eines auf Inspiration wartenden Künstlers gedacht sind oder als selbstbewusste Behauptung gegen die ständige Pflicht des Individuums, interessante, kluge und originelle Äußerungen von sich zu geben, bleibt offen.
Für seine Ausstellung compromise in der Kölner Simultanhalle hat Michael Franz eine ganze Reihe solcher Zeichnungen in Vektorgrafiken transformiert, stark vergrößert geprintet und auf Leinwände kaschiert. Die kleinen Falten und Wellen der gescannten A4-Zeichnungen behalten dabei ihre Präsenz bzw. steigern sie sogar noch weiter. Die Arbeiten tun immer noch so, als wären sie leicht zu zerknittern und spielen kokett mit ihrer Reproduzierbarkeit.