Das nehmen wir mal mit – und machen einen Deckel drauf. Etwas sicher unter Verschluss zu halten und Probleme sanft ins diplomatische Hinterzimmer zu geleiten, gehört zum Einmaleins des Krisenmanagements. Was unter der Abdeckung weiter rumort, findet nicht selten seinen Weg in die Kunst – z. B. in die Werke der US-amerikanischen Malerin und Bildhauerin Nicole Eisenman, wo politisch aufgeladene Themen langsam anschwellende Abszesse bilden. Eisenman lässt aggressive Vögel und müde Adler, Flaggen und Anzugträger gemeinsam mit kunstgeschichtlichen Ahnen wie Marat in der Badewanne ihre Kreise durch die Farbmassen ziehen. Schwarze Kreise und Löcher durchsetzen Eisenmans Kunst: als Körperöffnungen, Duchamp’sche Gucklöcher, Augenhöhlen, Pistolenläufe, dicke Pipelines, aus denen Erdöl? – schwarze Galle? – Wimperntusche? – schießt.
Die metaphorischen Rohre, in denen emotionale, politische Energie, kreativ und aggressiv, strömt, lecken. Sie halten nicht dicht, entfalten dadurch aber produktives Potential.