oder: Wenn man versucht, mit allen drei Füßen gleichzeitig loszurennen

„Is this dance?“, fragt eine Videohommage Nam June Paiks an Marcel Duchamp und Merce Cunningham (Merce by Merce by Paik, 1978), während die Aufnahmen rhythmisch kreuzende Taxikolonnen im Großstadtlabyrinth oder ein an der scheinbaren Ziellosigkeit seiner Bewegungsanläufe sichtlich erfreutes Kleinkind zeigen. „Maybe. Why not?“, blinkt der Bildschirm weiter. Ein wenig kokett mit der Zustimmung der Zuschauer spielend, wirkt das fragende Vielleicht ganz unaufgeregt, verglichen mit dem oft bemüht wirkenden Rückgriff auf Begriffe aus der Wortfamilie des „Choreografischen“, wie er in Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mitunter etwas überstrapaziert wird. Wird plötzlich jeder Gang der Besucher als ein durch die Anordnung „choreografierter“ beschrieben und damit zugleich als ein in bestimmter Weise verfasster vorweggenommen, sehnt man sich manchmal doch nach der soliden Museumsbank, von der aus man sitzt, schweigt und betrachtet.